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Mainfranken/München: Ministerpräsident Söder übers Impfen, Schulen und den Osterurlaub

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vor einem Monat in Lokales
Eine Darstellung des Coronavirus in rot
Symbolbild: pixabay.com

"Die Situation in der Corona-Pandemie ist schwierig, die Lage wird schlechter – es ist ein Wettlauf mit der Zeit." Das hat Bayerns Ministerpräsident Markus Söder am Dienstagmittag nach einer Sitzung des Bayerischen Kabinetts erklärt. Trotzdem bedankte er sich bei der Bevölkerung fürs Mitmachen und Zusammenhalten. Gleichzeitig appellierte er, sich weiter an die Regeln zu halten.

Orientierung an Inzidenzen wird bleiben

In Bayern werde man am System der Inzidenzen festhalten, so Söder. Über 100 gelte die Notbremse ohne Schlupfloch. Diese Notbremse müsse deutschlandweit einheitlich umgesetzt werden, sie müsse ab der Inzidenz von 100 automatisch greifen. Das sollte laut Söder nächste Woche beim Bund-Länder-Gipfel zur Pandemie auch noch einmal festgeschrieben werden. Aktuell gibt es Bundesländer, die über die 100 als Grenze für die Notbremse noch beraten und überlegen, die Zahl nach oben zu setzen.

Wie geht's weiter mit dem Impfen?

Auch über das Impfen sprach Söder in der Pressekonferenz. Bayernweit stehe man aktuell auf Platz 2 oder 3 mit bis zu 47.000 Impfungen pro Tag - das reiche aber noch nicht. Vor allem die Situation mit dem aktuell ausgesetzten Impfstoff AstraZeneca sei bitter. Wie es weitergehe, müsse auf dem jetzt anstehenden Impfgipfel geklärt werden. Es seien viele Fragen offen, es müsse aber schnell Klarheit herrschen - gerade rund um Fragen, was mit den Zweitimpfungen passiere und ob uneingeschränkt geimpft werden könne. Söder forderte, AstraZeneca dann auch gezielt über Hausärzte zu verimpfen. Denn gerade die Hausärzte könnten die Risiken und Patienten am besten einschätzen. Generell müsse beim Thema Impfen der Schwerpunkt auf die Erstimpfung gesetzt werden. Der Abstand zwischen Erst- und Zweitimpfung sollte maximiert werden, so Söder. Außerdem müsse die Impfbürokratie verbessert werden, das dauere momentan noch zu lange. Man brauche Hausärzte parallel zu den Impfzentren. Gerade in Hotspots mit einer Inzidenz über 100 könnten Hausärzte die Impfungen beschleunigen.

Söder fordert zwei Impfgruppen: Einerseits sollte gegen Mortalität geimpft werden (also vor allem ältere Menschen, als nächstes die Ü70-Jährigen) und andererseits sollte für mehr Mobilität geimpft werden. Dazu sollte es gezielte Impfungen in Hotspots oder bei großen Ausbrüchen geben, um die Weiterverbreitung einzudämmen. Nach Möglichkeit sollte auch in Betrieben geimpft werden. Impfzentren und Hausärzte sollten mehr Freiheiten beim Impfen bekommen, um das Tempo zu erhöhen. Außerdem sollte schnell ein bayerischer Impfpass eingeführt werden.

Die Situation an den Schulen

Söder wies vereinzelte Kritik zurück, nach der Geschäfte öffnen, aber Schulen egal seien - das Gegenteil sei der Fall. Schule sei eine Herzensangelegenheit. Man habe ein klares System entwickelt: Bei einer Inzidenz von unter 100 Präsenz- beziehungsweise Wechselunterricht, bei einer Inzidenz von über 100 Distanzunterricht. Man wolle nach Ostern ein Konzept einführen mit einer Testpflicht für Regionen mit einer Inzidenz von über 100. Engmaschiges Testen sei eine Lösung, aktuell ließen sich nur 40 Prozent der Lehrer und etwa zehn Prozent der Schüler testen. Das ergebe kein valides Bild, so Söder. Das neue Konzept solle eine Perspektive bieten, wie trotz hoher Inzidenz Präsenzunterricht ermöglicht werden könne. Eine Möglichkeit könnten auch Gurgeltests sein, wie sie aktuell bereits in Österreich genutzt werden.

Was wird mit Ostern und Urlaub?

Große Hotelöffnungen zu Ostern kann sich Söder laut eigener Aussage nicht vorstellen. Öffnungen wie aktuell auf Mallorca sorgten ihn. Hier sollte der Bund über eine Testpflicht für Reiserückkehrer nachdenken. Das will Söder nächste Woche bei der Bund-Länder-Konferenz zur Sprache bringen.

Für den Pfingst- und Sommerurlaub zeigte sich Söder deutlich optimistischer. Bis dahin seien die Impfungen voraussichtlich weiter fortgeschritten. Und bei einer hohen Impfquote sollten mehr Freiheiten möglich sein. Insgesamt müsse das Management verbessert werden, gerade auch bei kleinen bürokratischen Hürden. Gleichzeitig müsse man aber auch über Alternativkonzepte nachdenken um Lösungen zu ermöglichen.