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Marktheidenfeld: Wie geht es weiter mit dem Wonnemar?

vor einem Monat in Lokales
Wasser eines Schwimmbeckens
Foto: pixabay,com

Wie geht es weiter mit dem Betrieb des Wonnemar in Marktheidenfeld? Das ist noch unklar – die Stadt Marktheidenfeld und der Investor, die „InterSPA Betriebsverwaltungsgesellschaft“ aus Stuttgart, sind sich weiter uneinig. Bürgermeister Thomas Stamm erklärte auf einer Pressekonferenz, die Stadt habe in der vergangenen Woche zum dritten Mal den Heimfall ausgerufen. Man könne die Vergleichsverhandlungen als gescheitert betrachten, die Vorstellungen von InterSPA und der Stadt Marktheidenfeld lägen „sehr sehr weit auseinander“. Unstimmigkeiten habe es bereits vor der Corona-Pandemie gegeben. Man rechne nicht mehr damit, sich auf gütlichem Weg zu einigen.

Das Ziel der Stadt ist es, das Bad in städtische Hand zurückzuführen. Darüber herrsche im Stadtrat Einigkeit, so Stamm. Gegebenenfalls wolle man das auf gerichtlichem Weg durchsetzen. Konkret geht es um die Rückführung des Erbbaurechts an die Stadt. Das war vertraglich an InterSPA übertragen worden. Die Stadt Marktheidenfeld wird dabei von einem Rechtsanwalt aus Ulm vertreten, der auf solche Fälle spezialisiert ist.

Aktuell befindet sich das Bad weiter im Notbetrieb. Dieser liegt in der Hand der InterSPA-Gruppe. Die Stadt besitzt aber weiter ein Kontrollrecht und nutzte das vor gut zweieinhalb Wochen für eine Begehung. Dabei habe man gesehen, dass das Bad komplett heruntergefahren sei, so der Marktheidenfelder Bürgermeister. Nur im Thermalbecken habe sich Wasser befunden, in den übrigen Becken so wenig, dass nur etwas Befeuchtung da gewesen sei.

In diesem Herunterfahren des Bades sehe die Stadt eine große Gefahr, da so weitere Schäden entstehen könnten. Ein Fachbüro erstellt deshalb jetzt eine Stellungnahme über den Zustand des Bades. Auch die Situation des Freibads sei schlecht. Man rechne nicht damit, dass es in dieser Saison geöffnet werden könne. Normalerweise wäre das Freibad im April „ausgewintert“ und vorbereitet worden. Das sei nicht erfolgt.

Generell hat die Stadt Marktheidenfeld keinen Einfluss auf eine mögliche Öffnung des Wonnemar – selbst wenn die bayerische Regierung angesichts der Corona-Situation das Okay dafür geben würde. Da der Notbetrieb inzwischen in der Hand der InterSPA-Gruppe liege, könne nur sie entscheiden, ob und wann geöffnet werde, so Bürgermeister Stamm. Von Öffnungsplänen sei ihm nichts bekannt.

Eine Stellungnahme des Investors InterSPA ist von dieser Redaktion angefragt, steht aber noch aus.

Egal, wie es ausgeht: Viel Geld für das Wonnemar muss die Stadt in jedem Fall in die Hand nehmen. Stamm erklärte, man müsse die nächsten 22 Jahre ein Restdarlehen, das Baudarlehen des Wonnemar, abzahlen. Kostenpunkt: noch rund 18,5 Millionen Euro.