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Würzburg: Kompromissvorschlag bei Parkplatz-Diskussion

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vor 3 Monaten in Lokales
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Foto: Funkhaus Würzburg

Die Entscheidung über die Parkplätze am Würzburger Paradeplatz ist vertagt. Der Stadtrat hat sich Donnerstagnachmittag auf einen Kompromissvorschlag verständigt. Bis zu den Sommerferien soll die Stadt Planungen vorlegen, wie der Bereich zwischen Dom und Residenz künftig aussehen könnte. In diese Planung sollen die Bürger, aber auch der Handel und die Kommission für Stadtbild eng eingebunden werden. Die Frage, ob die Parkplätze hinter dem Dom wegfallen sollen, war in den vergangenen Tagen kontrovers und intensiv diskutiert worden.Insgesamt eineinhalb Stunden wurde leidenschaftlich debattiert. Am Ende setzten sich die Befürworter für Erneuerungen in diesem Bereich gegen einen Großteil der CSU und der AfD durch.Wir möchten eine große Beteiligung der Bürger und aller relevanter Gruppen vom Einzelhandel bis hin zur Kommission für Stadtbild und Architektur, erläuterte SPD-Fraktionschef Alexander Kolbow das Anliegen der Sozialdemokraten. Im Unterschied dazu ziele der interfraktionelle Antrag von Grünen, Linken, ÖDP, WL und ZfW darauf ab, schnell das Maximum zu erreichen.Auch der Fraktionsvorsitzende der CSU sparte nicht mit Kritik an den Grünen und ihren Mitstreitern: Der Antrag komme während des Corona-Lockdowns mit seinen negativen Folgen für den Einzelhandel in der Innenstadt zur Unzeit und zeige, dass man radikal agieren möchte, sagte Wolfgang Roth. Einige Mitglieder seiner Fraktion sprachen sich vehement gegen die ersatzlose Streichung der Pkw-Stellplätze am Dom und am Paradeplatz aus - unter anderem sei die ältere Generation oder Menschen mit gesundheitlichen Problemen darauf angewiesen. Veränderungen mit der Brechstange zu Lasten der Menschen machen keinen Sinn, sagte Aron Schuster.Die Antragsteller wollen das Gebiet zwischen Residenz und Dom nicht nur für Touristen attraktiver machen, sondern die Innenstadt gleichzeitig durch mehr Grün an die Folgen des Klimawandels anpassen. Wann immer sich Würzburg entschlossen hat, Straßen und Plätze den Menschen zurückzugeben, hat die Stadt gewonnen, sagte Christa Grötsch (Grüne) und erinnerte wie ihre Fraktionskollegin Karin Miethaner-Vent an frühere Diskussionen um die Autofreiheit von Alter Mainbrücke oder Marktplatz. Ich habe solche Wut-Debatten schon öfter erlebt, und darin ging es nicht um die Menschen, sondern immer um das Auto, so Miethaner-Vent.Nach fast eineinhalb Stunden war sich eine deutliche Mehrheit des Stadtrats dann aber doch einig, beide Anträge weiterzuverfolgen und dem Baureferat damit einen Planungsauftrag zu geben. Dort liegen schon einige Pläne in der Schublade, unter anderem das Ergebnis eines Realisierungswettbewerbs zur Verbesserung des Residenz-Umfelds aus dem Jahr 2013. Damit und mit den Ergebnissen der bis Mitte Februar im Internet laufenden Bürgerbeteiligung (www.wuerzburg-mitmachen.de) zu möglichen Gestaltungsmaßnahmen im südlichen Bischofshut haben wir eine gute Grundlage und können bis zum Sommer erste Vorschläge machen, die dann aber noch weiter ausgearbeitet werden müssen, sagte Stadtbaurat Benjamin Schneider.