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Online-Zahlungsdienst: PayPal auf Erfolgskurs

vor 4 Jahren in Service, Anzeige
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© Ken Wolter - 179539397 / Shutterstock.com

PayPal konnte 2016 mehr Neukunden gewinnen als erwartet. Die Aktie legte in diesem Jahr bisher um zehn Prozent zu.

Lange Zeit war PayPal eine Tochter von eBay. Die Auktionsplattform hat den Online-Zahlungsdienst groß gemacht, indem sie ihn zur Pflicht bei den Bezahlmethoden machte. Mittlerweilte ist der weltweite Marktführer für bargeldloses Bezahlen im Internet ein eigenständiges Unternehmen. Auch als solches kann es sein Wachstum halten und solide Zahlen vorlegen. Der Aktienkurs ist zuletzt um zehn Prozent gestiegen und auch die Zahl der aktiven Konten konnte die Erwartungen der Experten leicht übertreffen.

Die Deutschen lieben ihr Bargeld. Im europäischen Vergleich liegen wir relativ weit hinten, was das bargeldlose Zahlen angeht. Das zeigt auch die folgende Statistik, die einen enormen Abstand zu Nationen wie Schweden und Großbritannien offenbart. Während dort selbst die Brötchen beim Bäcker mit der EC- oder Kreditkarte bezahlt werden, füllen wir Deutschen unsere Geldbörse lieber mit Scheinen vom Automaten. Im Nachbarland Dänemark kommt jeder Einwohner im Schnitt auf 300 Kartenzahlungen pro Jahr. Hierzulande sind es gerade einmal 45. Weil in Deutschland aber vermutlich nicht weniger eingekauft wird als in Dänemark, gibt es bei uns eine große Gruppe, die Kartenzahlung ganz verweigert.

Der Online-Zahlungsdienst PayPal hat hervorragende Quartalszahlen abgeliefert. Die Umsatzsteigerung und das Kundewachstum lassen einen leichten Trend zum bargeldlosen Zahlungsverkehr erkennen.

Anders sieht das im Online-Handel aus, wo bargeldloser Zahlungsverkehr die Regel ist. Hier nutzen wir sogar gern Bezahlsysteme wie den Marktführer PayPal, der das Bezahlen besonders einfach gemacht hat. Wie beliebt PayPal ist zeigt der Aktienverlauf. In diesem Jahr hat sich ihr Wert immerhin um solide zehn Prozent gesteigert. Am 21. Oktober 2016 notierte sie auf ihrem bisherigen Höchststand von gut 44 US-Dollar.

Elf Prozent mehr Nutzer

PayPal hat eigenen Angaben zufolge mehr als 192 Millionen aktive Nutzer in über 200 Märkten. Damit stieg die Zahl der aktiven Benutzerkonten um elf Prozent und übertraf sogar leicht die Erwartungen. Die jüngsten Quartalszahlen von PayPal machen demnach einen leichten Trend zum bargeldlosen Zahlungsverkehr deutlich. Das spürbare Kundenwachstum führte dazu, dass der Dienstleister seinen Umsatz im dritten Quartal um beinahe ein Fünftel auf 2,67 Milliarden Dollar steigern konnte. Zuletzt waren es 2,26 Milliarden im Vorjahreszeitraum.

Auch beim Gewinn konnte PayPal zulegen. Dieser liegt nach zuletzt 301 Millionen Dollar nun bei 323 Millionen Dollar und somit 35 Cent je Aktie. Dieser Wert deckt sich mit den Erwartungen der Analysten. Trotz der guten Zahlen sehen Experten das Ende der Fahnenstange noch nicht erreicht. Stifel, Nicolaus & Co. beispielsweise setzten die Aktie von Hold auf Buy hoch und hoben das Kursziel von 43 auf 49 Dollar an. Auch andere Börsenanalysten wie Barclays empfehlen den Kauf der PayPal-Aktie.

Das voll in Fahrt befindliche Weihnachtsgeschäft ist natürlich auch für PayPal die wichtigste Zeit des Jahres. Für diese Zeit stellte der Zahlungsdienst ein Umsatzplus zwischen 14 und 17 Prozent in Aussicht.

Das PayPal weltweiter Marktführer werden konnte liegt ganz sicher an eBay. Die weltgrößte Online-Auktionsplattform hat den Zahlungsdienstleister 2002 gekauft und dafür sogar seinen eigenen Dienst Billpoint eingestellt. Zunächst lockte eBay Kunden mit der kostenlosen Nutzung und stach so viele Konkurrenten aus. Dann verpflichtete die Auktionsseite ihre Verkäufer dazu, PayPal für immer mehr Produkte als Grundzahlungsmöglichkeit anzubieten. Dieser Zwang verhalf dem Online-Bezahlanbieter zu einer starken Verbreitung.

Partnerschaft mit Facebook, Amazon ziert sich

Nach und nach führte PayPal dann Gebühren ein und konnte seinen Umsatz so erheblich steigern. Ein wichtiger Marketingfaktor ist auch der Käuferschutz. PayPal garantiert seinen Kunden eine unbürokratische Rückerstattung ihrer Zahlung, wenn sie an einen unseriösen Verkäufer geraten sind, der nicht liefert oder keine einwandfreie Ware verkauft. Mittlerweile gibt es aber auch beim stark umworbenen Käuferschutz immer mehr Ausnahmen. Erst im vergangenen Monat wurden beispielsweise Zahlungen an Crowdfunding-Projekte und Glücksspielanbieter, darunter auch Online-Casinos und Sportwett anbieter, ausgeschlossen.

Seit vergangenem Jahr ist PayPal keine Tochter von eBay mehr, sondern ein eigenständiges Unternehmen. Um den Umsatz wie in der Vergangenheit kontinuierlich steigern zu können, versucht PayPal immer mehr Partner zu gewinnen. Denn neben eBay bietet heute eine Vielzahl großer und kleiner Online-Shops die Zahlung mit dem Marktführer an. Nur Verhandlungen mit dem Versandriesen Amazon haben bisher keine Früchte getragen. Eine Integration bei Amazon würde die Aktie von PayPal wohl in die Höhe schießen lassen. Doch Amazon hat einen eigenen Bezahldienst, wenngleich dieser bei weitem nicht so bekannt und erfolgreich ist wie PayPal.

Zuletzt konnte man aber immerhin eine Partnerschaft mit dem Riesen Facebook eingehen. Social-Media-Nutzer können ihren Facebook-Account mit dem PayPal-Konto verknüpfen und auf diese Weise beispielsweise schnell und einfach eine Pizza über den Facebook Messenger ordern und diese per PayPal gleich bezahlen, ohne die Plattform wechseln zu müssen. Solche Partnerschaften sind wichtig um jenseits der ohnehin technikaffinen und aufgeschlossenen Internetkundschaft weitere Neukunden gewinnen zu können.