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Pride Month bedeutet mehr als bunte Flagge zeigen

vor 15 Tagen in Service, Anzeige
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manymornings.com

Juni ist “Pride Month”, was auf Deutsch in etwa als “Monat des Stolzes” übersetzt werden kann. In dieser Zeit steht die LGBT+ Community im Vordergrund. Man sollte das Momentum als Einzelperson und Unternehmen dazu nutzen, auf Probleme aufmerksam zu machen. Denn jede Person steht in der Verantwortung, die Auswirkungen des eigenen Verhaltens auf die Welt und die Gesellschaft genauestens zu hinterfragen.

Toleranz ist ein viel-benutztes Wort, dass in diesem Bezug allerdings nicht fehlen darf. Denn der Grund, warum dieser Monat fett im Kalender angestrichen werden sollte, liegt genau darin: in fehlender Toleranz gegenüber Menschen, die einfach sie selbst sein möchten. Dies ist kein regionales Phänomen, sondern ein weltweites Problem. Dazu benötigt es die Unterstützung von allen: Regierungen, Einzelpersonen und Firmen. Die Wirtschaft hat die Kraft, Trends zu setzen und Veränderungen anzustoßen, doch mit dieser Macht muss man bewusst umgehen.

Was ist “Pinkwashing” und wie erkennt man das?

Zwischen vielen guten Taten, Aktionen und regenbogenfarbenen Initiativen finden sich leider auch “schwarze Schafe”, die schon farblich überhaupt nicht in diesen Monat passen. Dieses Vorgehen wird als Pinkwashing bezeichnet und ist eine Strategie der Schönfärberei. Die Identifikation mit der LGBT+ Bewegung wird in diesem Fall nur vorgegaukelt, um modern, fortschrittlich und tolerant zu wirken. Nehmen wir das Beispiel einer Marketingkampagne, die vorgibt der LGBT+ Community zu helfen. Wenn nun das dahinterstehende Unternehmen durch die Aufmerksamkeit vielmehr den eigenen Profit erhöht, als tatsächlich helfen zu wollen, spricht man von Pinkwashing. Man braucht nicht mal weit schauen, um große deutsche Firmen zu finden, die es mit dem Pride Month wohl doch nicht ganz so ernst meinen: große Autohersteller, die im heimischen Markt am 1. Juni regenbogenfarbene Logos und Initiativen kommunizieren, bleiben dort stumm, wo Hilfe für die LGBT+ Community wirklich dringend benötigt wird. Im Nahen Osten geben sie keinen Laut von sich. Ein klarer Fall des Pinkwashing.

Europa: Ein Kontinent der Offenheit?

In diesem Jahr feiert der europäische Kontinent den 20. Jahrestag für das erste nationale Gesetz zur Öffnung der Ehe für gleichgeschlechtliche Paare. Am 1. April 2001 machten es die Niederlande mit diesem progressiven Schritt vor - und was macht der Rest? Obwohl sich in den vergangenen zwei Jahrzehnten viel bewegt hat, gibt es keine europäische Rechtsprechung, die Staaten zu einer verbindlichen Anerkennung gleichgeschlechtlicher Paare zwingt. Dennoch haben besonders west- und nordeuropäische Länder in Europa einen toleranteren Umgang entwickelt. In Belgien, Spanien, Norwegen, Schweden, Portugal, Island, Dänemark, Frankreich, Luxemburg, Irland, Finnland, Malta, Österreich, das Vereinigte Königreich und Deutschland haben gleichgeschlechtliche Paare bereits das Recht auf zivile Eheschließung, oder werden dies in naher Zukunft haben. In anderen Ländern, wie bspw. Polen und Ungarn ist dagegen eine besorgniserregende Entwicklung zu verzeichnen, die durch Heteronormativität geprägt ist. Besonders dort ist es wichtig, dass Unternehmen sich klar für eine tolerante Gesellschaft positionieren und bspw. mit dem Verkauf von bunten Socken die LGBT+ Community aktiv und dauerhaft zu unterstützen.

Pride Month für alle, an allen Tagen

Wer wirklich einen dauerhaften Impact erzeugen will, sollte sich Gedanken machen jeden Tag eine tolerantere Welt einzustehen. Das kann man auf viele Arten tun: die Wahl der Gendersprache oder man schlüpft in bunte Socken im Regenbogenmotiv, die ein dezentes aber klares Statement sind und dabei auch noch die LGBT+ Community unterstützen. Nicht nur Unternehmen und Regierungen, sondern alle können die Grundidee des Pride Month feiern - an allen Tagen!