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Warum die Würzburger Kickers die Klasse halten können

vor 4 Jahren in Service, Anzeige
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Funkhaus Würzburg

Im Sommer 2016 knallten die Sektkorken: Spielten die Würzburger Kickers vor einem runden Jahrzehnt noch in der bayerischen Bezirksliga, so haben sie vor wenigen Monaten den Aufstieg in die zweithöchste deutsche Spielklasse geschafft. Doch kann sich die Mannschaft von Trainer Bernd Hollerbach dort nach den zuletzt schwachen Ergebnissen über die Saison hinaus halten?

Der kleinste Etat der Liga

Dass Würzburg zweitklassig spielt, gleicht einem Wunder. Innerhalb weniger Jahre hat sich der Verein trotz bescheidener Mittel aus den Niederungen des Amateurfußballs in die Zweite Bundesliga gekämpft. Doch hier sieht man sich vor die schwierige Aufgabe gestellt, mit einem Kaderwert von gerade einmal zehn Millionen Euro ein weiteres Wunder schaffen zu wollen – gelingt der Klassenerhalt zum Spartarif? Die großen Klubs der Liga, allen voran Stuttgart und Hannover, können mühelos ein Team mit dem drei- bis vierfachen Wert auf die Beine stellen. In Würzburg gab man sich daher vor der Saison keinen Illusionen hin und plante den Abstieg in die Drittklassigkeit schon sehr früh ein.

Zahlen der Saison

Sah es zum Start der Spielzeit mit drei Siegen aus den ersten fünf Partien nach einem weiteren sensationellen Jahr für die Kickers aus, so dürften diese mittlerweile auf dem harten Boden der Realität gelandet sein. Zwar gab es über die gesamte Saison immer wieder Grund zum Feiern: Erfolge gegen Stuttgart, 1860 München oder den FC St. Pauli ließen manchen Fan von Höherem Träumen. Doch der letzte Dreier datiert vom Dezember 2016. Lässt sich der gegenwärtige Negativtrend nicht stoppen, droht Würzburg tatsächlich der Abstieg aus der Zweiten Bundesliga.

Die Qualität fehlt

Oft wurde in den vergangenen Wochen von den Kritikern bemängelt, dass die Mannschaft zu passiv spielt, dem Gegner allzu gerne den Freiraum im Mittelfeld überlässt und selbst zu wenig zielstrebig beim Erzielen eigener Treffer vorgeht. Das mag stimmen – das Torverhältnis von 28:30 nach 28 Spieltagen kündet von spielerischer Armut. Mehr Geld kann der Verein jedoch nicht in den Kader investieren. Coach Hollerbach holt bereits das Maximum aus der Truppe, die sich zudem läuferisch und kämpferisch mit guten Leistungen präsentiert. Weder den Spielern noch dem Trainerteam kann am jüngsten Absturz in der Tabelle also ein Vorwurf gemacht werden.

Der Klassenerhalt ist zum Greifen nahe

Mit zuletzt drei Unentschieden in Serie stehen die Würzburger Kickers aber noch immer recht passabel da und weisen sogar ein kleines Polster zu den Abstiegsrängen auf. Dennoch werden in den kommenden Wochen die direkten Duelle gegen die Konkurrenten wie Düsseldorf, Aue und St. Pauli über den Klassenerhalt entscheiden. Möglich ist das vor der Saison als unmöglich deklarierte Ziel mittlerweile also allemal, bei den Buchmachern stehen die Quoten gar nicht so schlecht. Doch die Mannschaft muss nun auch mit dem Mut sowie dem Wissen um die große Chance auftreten und ihre Passivität ablegen. Gelingt das, könnten in Würzburg auch in diesem Sommer die Sektkorken knallen.