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Wie die Umstellung auf DVB-T2 gelingt

vor 4 Jahren in Service, Anzeige
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pixabay.com © KlausHausmann (CC0 Public Domain)
Abbildung 1: Per Kabel, Satellit oder Internet fernsehen ist weiterhin kein Problem. Wer jedoch auf alte Antennen vertraut hat, muss jetzt nachrüsten.

Die Lieblingsserie ist für heute Abend fest eingeplant, Getränke stehen kalt, Snacks liegen bereit – doch der Bildschirm bleibt schwarz. Wer bislang seine Fernsehsender über eine Haus- oder Zimmerantenne empfangen hat, wird sich seit Anfang April ärgern. Die Sendesignale wurden so umgestellt, dass sie teilweise nur noch mit neuen Geräten empfangen werden können. Bundesweit müssen vier Millionen Haushalte jetzt nachrüsten. Einige wird es erst später treffen. Die Umstellung erfolgt zunächst in den Ballungsräumen und wird bis Mitte 2019 flächendeckend geschehen sein.

Was es mit dem neuen Standard auf sich hat

Eigentlich dürfte die Umstellung nicht überraschend kommen. Wer bislang per Antenne seinen Fernseher nutzte, wurde auf den entsprechenden Kanälen über die neue Technologie rechtzeitig informiert. Fernsehen per Kabel, Satellit oder Internet ist nicht betroffen. Für alle anderen stellt sich die Frage des Warums. Was genau technisch hinter der Umstellung steckt, erklärt der WDR in diesem Videobeitrag.
Der Wechsel von DVB-T zu DVB-T2 erfolgt vor allem, weil sich der Standard für die Übertragung verändert hat. Das liegt zum Beispiel konkret an einer Frequenzreduzierung, aber auch daran, dass immer mehr Kunden sich bessere Qualität ihrer Sender gewünscht haben. DVB-T2 verbessert nun die Bildauflösung und kann durch HD-Qualität überzeugen.

Was sich jetzt für Zuschauer ändert

Für die vier Millionen betroffenen Haushalte verändert sich mit der Umstellung so einiges. Zunächst müssen sie beispielsweise entscheiden, welche Sender sie zukünftig sehen wollen. Die öffentlich-rechtlichen sind weiterhin kostenlos zu empfangen. Der Aufwand wird über den Rundfunkbeitrag bereits eingefordert. Jeder Wohnungsinhaber muss einen solchen Beitrag zahlen, unabhängig davon, ob er ein Fernsehgerät besitzt oder es überhaupt nutzt. Für Familien oder Wohngemeinschaften hat der Beitrag immerhin den Vorteil, dass er pro Wohnung und nicht pro Person eingezogen wird. Ohne Ermäßigung, wie sie zum Beispiel für Studenten oder Menschen mit Behinderung gelten kann, geht es um monatliche 17,50 Euro.

Wer jetzt mit DVB-T2 Anschluss zusätzlich private Sender empfangen möchte, wie ProSieben, Vox oder RTL, der muss dafür extra bezahlen. Bei vielen Anbietern kann das über einen Jahresbeitrag verrechnet werden.




Abbildung 2: Die Senderauswahl ist erst einmal eingeschränkt – kann aber je nach Bedarf erweitert werden. Bild: pixabay.com © tookapic (CC0 Public Domain)

DVB-T2 geeignete Geräte

Die herkömmlichen DVB-T Geräte können kein DVB-T2 empfangen. Das bedeutet neben den erhöhten Kosten für die privaten Sender für viele die Neuanschaffung eines Receivers. Der Verbraucherschutz warnt vor überhöhten Preisen für DVB-T2 und empfiehlt den genauen Vergleich von Modellen.

Im Prinzip gibt es für eine Neuanschaffung zwei Optionen. Entweder kann eine externe Set-Top-Box die neuen Signale empfangen, oder Verbraucher investieren in einen neuen Fernseher, in dem ein solches Empfangsgerät bereits integriert ist. Je nach Budget gibt es also verschiedene Möglichkeiten. Alle Modelle, die DVB-T2 empfangen können, sind an einem grünen Logo mit der Aufschrift „DVB-T2 HD“ zu erkennen.
Welche Receiver geeignet sind, wird hier auf Freenet TV Connect genau erklärt. Theoretisch kann die neue Frequenz jetzt empfangen werden. Freenet TV läuft über das Internet. Zusätzlich zu den öffentlich-rechtlichen Sendern sind im Paket 40 weitere Programme enthalten. Außerdem wird Zugriff auf Mediatheken und Radiosender ermöglicht – und Radio hören macht ja bekanntlich ebenso glücklich wie Schokolade naschen. Die Auswahl passender Receiver ist bislang eingeschränkt.

Wer sich allgemein für den Empfang von Privatsendern interessiert, muss neben dem neuen Receiver zusätzlich in ein Freischaltmodul investieren. Dieses gibt es für 50 Euro zu kaufen. Im Preis enthalten sind drei Monate gratis Nutzung. Nach diesen drei Monaten beginnt der Abrechnungszeitraum für private Sender. Jährlicher Empfang kostet 69 Euro. Dieser Preis gilt leider pro Gerät. Bei mehreren TV-Geräten im Haushalt muss pro Gerät für die Entschlüsselung gezahlt werden, es sei denn, Nutzer tragen die Hardware immer von Fernseher zu Fernseher und stecken sie an dem Gerät ein, auf dem sie fernsehen.