DIE AKTUELLEN NACHRICHTEN FÜR WÜRZBURG: Lokalnachrichten

Was sind die aktuellen Maßnahmen in Bayern?

[Stand 20.03.2020 – 21:30] Das öffentliche Leben in der Region wird weiter eingeschränkt. Das hat Ministerpräsident Markus Söder am Freitagmittag in München angekündigt. Eine generelle Ausgangssperre wird es noch nicht geben. Sie ist aber weiter denkbar, sollten die neuen Regeln nicht den gewünschten Erfolg haben. Die neuen Regelungen gelten vorerst für 14 Tage.

Neu ist: Restaurants und Cafes werden ab morgen nicht mehr geöffnet haben, erlaubt bleiben ausschließlich To-Go-Angebote. Friseure werden künftig nicht mehr geöffnet haben, auch Baumärkte bleiben geschlossen.

Die Besuchsmöglichkeiten in Alten- und Pflegeheimen werden massiv eingeschränkt, das gilt auch für Krankenhäuser. Erlaubt seien Besuche nur bei den eigenen Kindern oder als Begleitung bei der Geburt. Auch die Begleitung sterbender Menschen soll möglich bleiben.

Die medizinische Versorgung bleibe gewährleistet. Allerdings werden Angebote wie beispielsweise Physiotherapie bis auf eine Notversorgung eingeschränkt. Logotherapeuten oder Ergotherapeuten haben geschlossen.

Sport im Freien oder Spaziergänge sind weiter gestattet. Allerdings nur alleine oder im Familienkreis. Gleichzeitig muss Abstand zu anderen Menschen gehalten werden. Die Polizei werde konsequent gegen größere Menschenansammlungen oder Corona Partys vorgehen, es werde hier auch hohe Strafen geben, betonte Söder. Dieser Schritt sei nötig, um manche Menschen auch vor sich selbst zu schützen. Man werde zudem ab morgen diese neuen Regelungen verstärkt und gezielt kontrollieren. Dazu wird es auch mehr Polizeipräsenz geben. Bei Verstößen gegen diese Regeln drohen Bußgelder von bis zu 25.000 Euro, kündigte Innenminister Hermann an.

Sehr viele Menschen hätten sich bislang schon an die Regeln und Vorgaben gehalten, für sie werde sich vergleichsweise wenig ändern. Den Unvernünftigen müsse man nun aber neue Regeln an die Hand geben.

HIER die Bekanntmachung der Bayerischen Staatsregierung
Antworten zu häufigen Fragen zur Ausgangsbeschränkung beantwortet die Bayerische Staatsregierung HIER.

Was waren die Maßnahme zuvor?

Ministerpräsident Markus Söder hat ein großes Maßnahmenpaket in der bayerischen Staatskanzlei am Montagmorgen verkündet. Er rief wie erwartet den Katastrophenfall für Bayern aus. Hier die Maßnahmen zum Nachhören:

Was ist der Katastrophenfall?

Der Katastrophenfall bedeutet nicht automatisch eine Ausgangssperre, aber es gibt Einschränkungen im öffentlichen Leben. Neben den KITA- & Schulschließungen werden ab Dienstag (17.03.2020) Bars, Kinos, Fitnessstudios, Discotheken, Schwimmbäder, Sporthallen, Spielplätze, Museen für zwei Wochen geschlossen. Des Weiteren hat die Landesregierung besser Möglichkeiten ihre Maßnahmen strukturiert und großflächig umsetzen zu können. Dies war auch schon bei Flutkatastrophen oder ähnlichen Ereignissen der Fall und hilft weitere politische Maßnahmen möglich zu machen.

 

Was hat noch offen?

Der Einzelhandel wird geschlossen, außer wichtige Sparten, die für das allgemeine Leben notwendig sind:

  • Lebensmittelgeschäfte
  • Getränkemärkte
  • Apotheken
  • Drogeriemärkte
  • Banken
  • Tierbedarf
  • Onlinehandel
  • Tankstellen

Gastronomiebetriebe dürfen nur noch über Lieferservice oder über das Abholprinzip Gerichte anbieten, um die Versorgung sicher zu stellen.

 

Wann kann ich einkaufen?

Der Einzelhandel (z.B. Modeläden, Bürobedarf oder Elektroläden) wird ab Mittwoch (18.03.2020) geschlossen, außer wichtige Sparten, die für das allgemeine Leben notwendig sind:

  • Lebensmittelgeschäfte
  • Getränkemärkte
  • Apotheken
  • Drogeriemärkte
  • Banken
  • Tierbedarf
  • Onlinehandel
  • Tankstellen

In diesen oben genannten Bereichen gelten dann aber geänderte Öffnungszeiten. Das Einkaufen wird bis 22 Uhr möglich sein. Auch am Sonntag wird von 12 bis 18 Uhr eine Öffnung gesetzlich freigegeben und kann von den Branchen umgesetzt werden. Informieren Sie sich vor ihren Einkauf.

Wo finden Unternehmen und Unternehmer Informationen zum Thema Corona?

Das Bayerische Staatsministerium für Wirtschaft, Landesentwicklung und Energie hat auf seiner Internetseite Informationen und Links für betroffene Unternehmen zusammengestellt u.a. zum Härtefallfonds, zum Thema Kurzarbeit, zu Steuerstundungen aber auch Informationen zu Fragen der Kinderbetreuung, zum Arbeitsrecht und vielem mehr.

HIER gehts zu den Informationen des Bayerischen Staatsministeriums.

Die Handwerkskammer für Unterfranken hat eine Info-Hotline für Betriebe geschalten (zur Meldung). Die Nummer lautet 0931/309 083 344

Auch die Stadt Würzburg bietet eine Info-Rufnummer für Gewerbetreibende an. Unter 0931/37 34 55 können sich Würzburger Unternehmer Antworten holen.

Für Fragen und Anträge zum Corona-Soforthilfe-Programm hat die Regierung von Unterfranken eine Ansprechstelle im Sachgebiet Wirtschaftsförderung eingerichtet. Diese ist unter der Telefonnummer 0931/38 01 273 oder der E-Mail soforthilfecorona@reg-ufr.bayern.de zu erreichen.

 

Wie wird das Corona-Virus übertragen?

Das Corona-Virus ist von Mensch zu Mensch übertragbar. Der Hauptübertragungsweg ist die „klassische“ Tröpfcheninfektion, entweder direkt über die Mund- und Nasenschleimhäute oder indirekt über die Hände, wenn beispielsweise geniest oder gehustet wird.

 

Wie lange beträgt die Inkubationszeit?

Die Inkubationszeit, also der Zeitraum von der Ansteckung bis zum letztendlichen Ausbruch der ersten Krankheitssymptome, kann nach derzeitigem Erkenntnisstand bis zu 14 Tage betragen.

 

Welche Symptome werden ausgelöst?

Es gibt Fälle, in denen eine Infektion keine spürbaren Symptome zeigt. Ansonsten sind Husten, Schnupfen, Halskratzen und Fieber gängige Symptome. In schweren Fällen können Atembeschwerden bis hin zur Lungenentzündung auftreten. Allerdings verläuft die Krankheit in 80 Prozent der Fälle mild, schwere Verläufe treffen vor allem Patienten, die älter sind und/oder chronische Vorerkrankungen haben/hatten.

Prof. Dr. August Stich von der Missioklinik Würzburg:

 

Wie kann ich mich vor einer Ansteckung schützen?

Wie vor einer herkömmlichen Grippe auch. D.h. Einhalten der Husten- und Niesettikette (in die Armbeuge husten/niesen), regelmäßiges Händewaschen (mind. 20 Sekunden), Benutzung von Desinfektionsmitteln, zu erkrankten Personen Abstand von 1 – 2 Metern halten. Gilt übrigens auch während jeder Grippewelle.

Prof. Dr. August Stich von der Missioklinik Würzburg:

 

Weitere Tipps, zum Beispiel zum Händewaschen, und Hinweise zum Schutz vor Infektionen gibt es vom Bundesamt für gesundheitliche Aufklärung HIER

 

Ist das Tragen eines Mundschutzes sinnvoll?

Das Tragen eines Mundschutzes kann die Gefahr einer Ansteckung durch die direkte Tröpfcheninfektion verringern, allerdings gibt es laut dem Robert-Koch-Institut keine Beweise dafür, dass das Tragen das Ansteckungsrisiko signifikant reduziert. Im Gegensatz besteht die Gefahr, dass ein Mundschutz ein Gefühl falscher Sicherheit verleiht, in dem dann eventuell viel wichtigere Schutzmaßnahmen wie Handhygiene oder Husten- und Niesetikette vernachlässigt werden.

 

Wie muss ich mich verhalten, wenn ich den Verdacht habe, mich angesteckt zu haben?

Wenn ihr Kontakt zu einer nachweislich infizierten Person hattet oder den Verdacht habt, euch angesteckt zu haben, gilt Folgendes:

– NICHT einfach so einen Arzt oder die Notaufnahme eines Krankenhauses besuchen
– NICHT das Testzentrum der Uniklinik Würzburg besuchen
– AUF KEINEN FALL den Notruf wählen

Richtig ist stattdessen, eine der folgenden Telefonnummern anzurufen, um Informationen über das weitere Vorgehen zu erhalten:

116 117 (Info-Hotline des Bundesgesundheitsministeriums)
0931 – 8003 – 5100 (Bürgertelefon des Gesundheitsamtes Würzburg)
09321 – 928 – 1111 (Bürgertelefon des Landkreises Kitzingen)
09353 – 7931490 (Bürgertelefon des Landkreises Main-Spessart)

 

Werden Veranstaltungen in der Region wegen der aktuellen Lage abgesagt?

Alle Veranstaltungen sind aufgrund des Katastrophenfalls, der in Bayern ausgerufen wurde, in Kombination mit der Ausgangsbeschränkung untersagt.

Wo erhalte ich weitergehende Informationen zur aktuellen Lage?

Bei weiteren Fragen rund um das Coronavirus könnt ihr die beiden folgenden Telefon-Nummern anrufen:

116 117 (Info-Hotline des Bundesgesundheitsministeriums)
0931 – 8003 – 5100 (Bürgertelefon des Gesundheitsamtes Würzburg)
09321 – 928 – 1111 (Bürgertelefon des Landkreises Kitzingen)
09353 – 7931490 (Bürgertelefon des Landkreises Main-Spessart)

Umfangreiche Informationen zum Corona-Virus und eine aktuelle Risikobewertung gibt es von den Experten des Robert-Koch-Instituts HIER

 

Bekomme ich das Geld für mein Ticket zurückerstattet, wenn jetzt Veranstaltungen abgesagt werden?

Egal wie groß die Veranstaltung ist, wenn sie offiziell abgesagt wird habe ich das Recht, das Geld für mein Ticket zurück zu bekommen.

Christian Mottl, Rechtsanwalt aus Würzburg:

 

 

Habe ich auch ein Recht auf Rückerstattung, wenn ich mich aus Angst dazu entscheide, nicht zu einer Veranstaltung zu gehen?

Wenn die Veranstaltung offiziell stattfindet, habe ich kein Recht auf eine Rückerstattung.

Christian Mottl, Rechtsanwalt aus Würzburg:

 

 

Habe ich eine Chance auch zusätzlich entstandene Nebenkosten zurück zu bekommen?

Bei Nebenkosten wie Übernachtung und Fahrtkosten, habe ich nur ein Recht auf Rückerstattung, wenn ich mein Ticket als Pauschalpaket mit diesen Nebenkosten inklusive gekauft habe. In anderen Fällen muss ich auf Kulanz der einzelnen Anbieter hoffen. Wenn mein Ticket mit Servicekosten verbunden war (z.B. einer Vorverkaufsgebühr), bekomme ich diese nur zurück, wenn die Veranstaltung auf Grund von behördlichen Entscheidungen abgesagt werden musste.

 

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