Ungewöhnliche Konstellation vor Gericht: In Würzburg saßen diese Woche Täter und Opfer gemeinsam auf der Anklagebank. Am Freitag ist das Urteil gefallen wegen des Überfalls auf einen Dealer. Der Haupttäter muss für vier Jahre und vier Monate in Haft. Weil er drogenabhängig ist, kommt er in eine Entziehungsklinik. Der Mittäter wurde zu zwei Jahren und zehn Monaten verurteilt. Der Drogendealer, den die beiden überfallen hatten, wurde zu zwei Jahren auf Bewährung und 1.000 Euro verurteilt – wegen des Handels mit Betäubungsmitteln. Ein 19-Jähriger, der den Deal eingefädelt hat, muss wegen Beihilfe 60 Stunden soziale Hilfsdienste ableisten. Der Haupt- und der Mittäter hatten sich gezielt mit dem Dealer verabredet, um ihm Drogen abzunehmen. Die 19 und 20 Jahre alten Männer hatten den 23-Jährigen niedergeschlagen, ausgeraubt und ihm auch sein Handy gestohlen. Brisant: Der angeklagte Dealer war kurze Zeit nach dieser Tat in einen weiteren Fall verwickelt. Damals hatten vier Männer einen anderen Mann als Geisel genommen worden, um so Geld vom Dealer zu erpressen. Die Täter in diesem Fall wurden bereits verurteilt. Der Dealer selbst war in dem Prozess nur als Zeuge geladen.

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