Ein Hilfspfleger soll mit Insulinspritzen sechs Menschen getötet haben, darunter ein Mann in Wiesenbronn. Am Dienstag beginnt vor dem Landgericht München I der Prozess gegen den sogenannten Todespfleger wegen sechsfachen Mordes und dreifachen versuchten Mordes. Laut Staatsanwaltschaft hat der 38-jährige Pole seinen pflegebedürftigen Patienten an verschiedenen Tatorten in Deutschland Insulin gespritzt, das als Überdosis tödlich sein kann. Er soll das Medikament besessen haben, weil er im Gegensatz zu seinen Opfern Diabetiker ist. Laut Anklage wurden die Taten unter anderem aus Habgier begangen. Der Mann war seit 2008 als ungelernte Pflegehilfskraft unter anderem in England und an 69 Orten in Deutschland tätig gewesen. Um seine Patienten rund um die Uhr zu betreuen, zog er bei ihnen ein. Die Ermittler waren auf ihn aufmerksam geworden, als sie im Februar 2018 den Tod eines 87-Jährigen aus Ottobrunn bei München aufklären wollten. Bei der Obduktion wurde unter anderem eine frische Einstichstelle bemerkt. Der Hilfspfleger wurde zuerst als Zeuge vernommen. Später entdeckte die Polizei eine Spritze, Insulin und Wertgegenstände des Opfers bei ihm. Seitdem sitzt er in Untersuchungshaft. Er räumte die Insulingaben ein, bestritt aber eine Tötungsabsicht. Für den Prozess sind bis Ende Mai 2020 insgesamt 39 Verhandlungstage angesetzt.

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