Restaurants und Biergärten in Bayern dürfen ab sofort nicht mehr nur bis 22 Uhr öffnen, sondern länger – und das dank eines Gastronomen aus dem Landkreis Würzburg. Er hatte vor dem Bayerischen Verwaltungsgerichtshof gegen die coronabedingte Sperrstunde geklagt und Recht bekommen. Das Urteil gilt ab sofort dauerhaft. Das bayerische Gesundheitsministerium reagierte am Freitagnachmittag und erklärte, es gebe ab sofort keine spezifischen Vorgaben für die Öffnungszeiten mit Blick auf die Corona-Pandemie. Damit ist die für Montag (22. Juni) geplante Ausweitung der Sperrstunde bis 23 Uhr vom Tisch. Das Gericht erklärte, es gebe keine Anzeichen dafür, dass sich das Coronavirus aufgrund der Öffnung der Gastronomie stärker verbreitet hätte. Deshalb sei die zeitliche Beschränkung nicht verhältnismäßig. Die Begründung der Staatsregierung, dass Restaurantbesucher zu späterer Stunde mehr Alkohol trinken und dadurch die Abstands- und Hygieneregeln nicht mehr einhalten könnten, wies das Gericht ab. Stattdessen erklärten die Richter, das könne beispielsweise auch durch ein Verbot des Ausschanks alkoholischer Getränke ab einer bestimmten Uhrzeit erreicht werden. Dafür sei keine komplette Schließung eines Lokals nötig. Das Gericht betonte aber auch, dass Regelungen zur Sperrstunde, die nichts mit Corona zu tun haben (beispielsweise aus Lärmschutzgründen oder Regeln nach der Bayerischen Biergartenverordnung), weiter gelten und davon nicht berührt werden. Die Entscheidung, die Sperrstunde in der Gastronomie zu kippen, habe darüber hinaus keine Auswirkungen auf die Öffnung von Bars, Clubs, Diskotheken, Bordellen oder sonstigen Vergnügungsstätten. Diese bleiben vorerst weiter geschlossen.

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