Rhön-Grabfeld: Umfrage zeigt Herausforderungen im Alter

Der Landkreis Rhön-Grabfeld hat die Ergebnisse seiner großen Bürgerbefragung zur Seniorenpolitik veröffentlicht – und die Daten zeichnen ein detailliertes Bild der Generation 70 Plus. Fast 1.500 Seniorinnen und Senioren haben an der Umfrage teilgenommen. Mit einer Rücklaufquote von knapp 50 Prozent seien die Ergebnisse für die künftige Planung des Landkreises extrem aussagekräftig.
Ohne das Auto geht fast nichts
Ein zentrales Thema der Auswertung ist die Mobilität: Für 94 Prozent der Befragten bleibt das eigene Auto das wichtigste Fortbewegungsmittel. Bus und Bahn spielen im Alltag der Senioren hingegen kaum eine Rolle. Als Hauptgrund für die geringe Nutzung des öffentlichen Nahverkehrs werden häufig gesundheitliche Einschränkungen genannt. Dennoch ist die Mehrheit (75 Prozent) mit der Nahversorgung in ihrer direkten Umgebung zufrieden, auch wenn etwa ein Drittel der Befragten angab, dass wichtige Orte wie Arztpraxen nicht immer problemlos erreichbar sind.
Wunsch nach Barrierefreiheit scheitert oft an Kosten
Beim Thema Wohnen zeigt sich ein klarer Trend zum Eigenheim: 83 Prozent der Befragten leben im eigenen Haus. Doch das Alter bringt Herausforderungen mit sich: Für jeden Dritten werden Barrieren wie Treppen und Stufen zunehmend zum Problem. Obwohl der Wunsch nach einem barrierefreien Umbau groß ist, schrecken 58 Prozent der Betroffenen vor den hohen Kosten zurück. Wenn es um das Thema Pflege geht, setzen die Senioren in Rhön-Grabfeld fest auf die Familie: Rund 60 Prozent möchten im Ernstfall von ihren Kindern oder dem Partner versorgt werden.
Die Generation 70 Plus wird digitaler
Überraschend deutlich zeigen die Daten den digitalen Wandel: 41 Prozent der Seniorinnen und Senioren nutzen täglich das Internet, bei den 70- bis 75-Jährigen ist es sogar fast jeder Zweite. Das Smartphone hat sich mit einer Nutzungsrate von 62 Prozent als wichtigstes digitales Gerät etabliert. Trotz der Routine wünschen sich viele Unterstützung: 40 Prozent der Befragten hätten gerne einen ehrenamtlichen Ansprechpartner vor Ort, der bei Technikfragen hilft.
Starkes Ehrenamt und soziale Kontakte
Auch gesellschaftlich sind die Senioren im Landkreis fest verwurzelt. 86 Prozent sind mit ihren sozialen Kontakten zufrieden, und jeder Dritte engagiert sich bereits ehrenamtlich – vor allem in Vereinen oder der Kirchengemeinde. Bekanntestes Beratungsangebot im Landkreis ist der Pflegestützpunkt Rhön-Grabfeld, den fast 70 Prozent der Befragten kennen.
Die Ergebnisse der Befragung fließen nun direkt in die Fortschreibung des seniorenpolitischen Gesamtkonzeptes ein. Ein Expertengremium wird die Daten in Kürze beraten, um konkrete Verbesserungen für den Alltag der Senioren im Landkreis auf den Weg zu bringen.