Mainfranken Theater: Nabucco
Va, pensiero, sull’ali dorate
Der Komponist zeigt in dieser Oper, mit der ihm sein großer Durchbruch gelang, bereits seinen untrüglichen dramatischen Instinkt. Sie hat bei weitem nicht nur den berühmten Gefangenenchor zu bieten. Verdi zeichnet mit leidenschaftlichen musikalischen Mitteln eine Reihe prägnanter Charaktere fernab von Schwarzweißmalerei. Auch der hebräische Anführer Zaccaria ist nicht dagegen gefeit, für seine Ziele drastische Mittel einzusetzen. Auf beiden politischen Seiten herrschen Vorurteile, denen das Liebespaar beinahe zum Opfer fällt. Der weltgeschichtliche Konflikt spiegelt sich aber auch im Privaten, wo die (Halb-)Schwestern Abigaille und Fenena nicht nur den selben Mann (eben Ismaele) lieben, sondern auch beide verzweifelt um die Liebe ihres Vaters Nabucco ringen. Mit seinem vielleicht utopischen, aber Hoffnung aufzeigenden Ende ist das Stück aktueller denn je.