Unterfranken: KI-generierte Klageflut am Sozialgericht

Das Würzburger Sozialgericht merkt einen sprunghaften Anstieg an Klagen – weil immer mehr Schreiben mithilfe Künstlicher Intelligenz erstellt werden.
Auffällig sei das vor allem seit dem Jahreswechsel bei Bürgergeldverfahren. Werden die Kläger beispielsweise bei Eilverfahren zur Grundsicherung nicht von einem Anwalt vertreten, nutzen vier von fünf Klägern die Hilfe von KI.
Für die Richter bedeutet das erheblich mehr Arbeit: Beispielsweise zitiere die KI oft Urteile oder Gesetze, die nicht zum jeweiligen Fall passen.
Auch die Fallzahlen legen nahe, dass KI die Bereitschaft vors Sozialgericht zu ziehen deutlich erhöht: Im ersten Halbjahr gab es 64 Prozent mehr Klagen bei der Grundsicherung und knapp 50 Prozent mehr Klagen rund um Krankenversicherungen.
Die Zahl der Verfahren, die angeblich eilbedürftig sind ist um zwei Drittel gestiegen, beim Bürgergeld hat sie sich gar verdreifacht. Tatsächlich sei die Eilbedürftigkeit oft gar nicht gegeben. Das zu prüfen sei für die Richter aber ebenfalls zusätzlicher Aufwand.
Zum Hintergrund
Das Sozialgericht in Würzburg ist für ganz Unterfranken zuständig.