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Kitzingen: Benediktinermönch wegen Kirchenasyl vor Gericht

vor 22 Tagen in Lokales
Die Abtei Kloster Münsterschwarzach
Foto: Pixabay.com

Ein Mönch der Abtei Münsterschwarzach steht am Montag (10 Uhr) in Kitzingen vor dem Amtsgericht. Die Benediktinerabtei hatte einem von der Abschiebung bedrohten Flüchtling Kirchenasyl gewährt. Der angeklagte Mönch hatte die Flüchtlingsarbeit koordiniert. Die Anklage lautet auf Beihilfe zum unerlaubten Aufenthalt.

Die Abtei hatte den Mann aus dem Gazastreifen im Sommer 2020 bei sich aufgenommen. Laut dem Dublin-Verfahren sollte er zurück nach Rumänien, dort war er erstmals in die EU eingereist und hatte sich registriert. Damit ist auch Rumänien für seinen Asylantrag zuständig.

Richterin will Mönch anhören

Die Staatsanwaltschaft hatte einen Strafbefehl gegen den Mönch ausgestellt. Die Richterin wollte diesen aber nicht unterschreiben – daher kommt es am Montagvormittag (10 Uhr) zur Verhandlung. Das Urteil soll noch am selben Tag fallen.

Kirchenasyl hat lange Tradition

Kirchenasyl hat eine lange, christliche Tradition. Normalerweise wird das von staatlicher Seite nicht verfolgt. Seit 2018 sind Kirchen aber verpflichtet bei Kirchenasyl einen Antrag einzureichen, damit eine besondere Härte festgestellt werden kann. Das Bundesamt für Migration sah das in diesem Fall nicht gegeben – der Flüchtling hätte damit ausreisen müssen. Ober aktuell noch in der Abtei lebt ist unklar.