Unterfranken: Die meisten Gewalttaten werden nicht angezeigt

Es sind alarmierende Zahlen. Seit Jahren steigen die Fälle von häuslicher Gewalt immer weiter an – auch bei uns in Unterfranken. Im Jahr 2024 wurde dabei ein Zehnjahresmaximum erreicht – 1.550 Fälle hat die Unterfränkische Polizei in ihrer letzten Kriminalstatistik registriert, ein Zehnjahresmaximum.
Doch das ist nur die Spitze des Eisbergs. Eine neue Dunkelfeldstudie der Bundesregierung zeigt, dass das Problem noch viel größer ist: Nur etwa fünf Prozent der Fälle häuslicher Gewalt werden überhaupt angezeigt. Die Studie erfasste dabei bewusst Fälle, die nicht in der offiziellen Statistik auftauchen.
Gewalt im Alltag ist also deutlich weiter verbreitet – vor allem Frauen sind betroffen. Viele Betroffene schweigen aus Angst, Scham oder weil sie sich in einer Abhängigkeitssituation befinden.
Für die Dunkelfeldstudie wurden über 15.000 Menschen im Alter von 16 bis 85 Jahren befragt, um ein realistischeres Bild von der Lage zu bekommen.
Hier gibt es Hilfe für Frauen, die von Gewalt betroffen sind:
Hilfetelefon Gewalt an Frauen
Telefon: 08000-116 016
Frauennotruf bei Wildwasser Würzburg e.V.
Telefon: 0931-13287
Frauenhaus der Arbeiterwohlfahrt, Bezirksverband Unterfranken e.V.
Telefon: 0931-619810
Frauenhaus im SkF – Sozialdienst katholischer Frauen e.V. Würzburg
Telefon: 0931-4500777
Auch Männer können von Gewalt betroffen sein:
Hilfetelefon Gewalt an Männern
Telefon: 0800 – 1239900
Beratungsstelle Häusliche Gewalt gegen Männer, ISKA Nürnberg
Telefon: 0911 – 27299820
Wohnung für von häuslicher und sexualisierter Gewalt betroffene Männer, Caritas Nürnberg
Telefon: 0911 – 2354235